KLEINES WIESENTAL
Das Kleine Wiesental zählt zu den landschaftlich reizvollsten Gebieten im Südschwarzwald. Es ist eine liebliche, vielgegliederte Berg- und Tallandschaft mit herrlichen Ausblicken auf die Alpen und Vogesen. Nicht zu Unrecht wird das Tal auch „die gute Stube“ des Landkreises Lörrach genannt. Die Gemeinde Kleines Wiesental bietet Naturliebhabern und Wanderern einen wahren Schatz an Erlebnissen.
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Die Gemeinde Kleines Wiesental liegt im äußersten Südwesten des Schwarzwaldes. Sie erstreckt sich vom Belchengipfel im Norden bis nach Wieslet im Süden. Im Osten bildet der Höhenzug des Zeller Blauens und im Westen das Lipple die Grenze. Gegründet wurde die Einheitsgemeinde 2009 aus den bislang selbständigen Gemeinden Bürchau, Elbenschwand, Neuenweg, Raich, Sallneck, Tegernau, Wies und Wieslet. Der Verwaltungssitz ist in Tegernau. Das Tal hat seinen Namen von dem Flüsschen „Kleine Wiese“. Die am Belchen entspringende Belchenwiese und die am Köhlgarten entspringende „Köhlgartenwiese“ vereinen sich in Tegernau zur „Kleinen Wiese". Gut markierte Wanderwege führen durch das ganze Kleine Wiesental, vorbei an munteren Bächen, durch Wald und Wiesen und idyllischen Dörfer.
Ursprünglich war das Tal in zehn Gemeinden aufgeteilt. Anfang der 1970er Jahre ließen sich die beiden südlichsten Gemeinden Langenau und Enkenstein im Zuge der kommunalen Neuordnung Baden-Württembergs in die Stadt Schopfheim eingemeinden. Die anderen acht Gemeinden schlossen sich im Gemeindeverwaltungsverband Kleines Wiesental zusammen. Mit Einwohnerzahlen zwischen 166 und 657 gehörten sie zu den nach Einwohnern kleinsten selbstständigen Gemeinden des Landes.
In einer Bürgeranhörung sprachen sich im Jahr 2008 in den acht Gemeinden bei geringer Wahlbeteiligung 87 Prozent der Wähler für die Gründung einer Einheitsgemeinde aus. Die Gemeinderäte besiegelten den Zusammenschluss zum 1. Januar 2009.
Bürchau
Bürchau ist ein hochmittelalterlicher Rodungsort und wurde im Jahre 1278 erstmals urkundlich erwähnt. Unklar ist, ob der Ort in früher Zeit zur Herrschaft der Herren von Waldeck oder zu jener der Edelfreien von Rötteln gehörte. Seit 1316 gehörte er zur Markgrafschaft Hachberg-Sausenberg und seit 1503 zur Markgrafschaft Baden und der Markgrafschaft Baden-Durlach. Grundbesitz hatte neben den Landesherren insbesondere das Kloster St. Blasien. Der Ort wurde zunächst von Tegernau aus verwaltet und erhielt erst 1781 einen eigenen Vogt. Um 1740 wanderte ein Teil der Bevölkerung nach Siebenbürgen aus. Eine warme Quelle an der Kleinen Wiese bringt zwar Mineralwasser hervor, allerdings blieb die Nutzung unwirtschaftlich. 2020 wurden Reste einer etwa 900 Jahre alten Befestigungsanlage auf der unteren Sonnhalde entdeckt. Von dieser abgegangenen Bürchauer Burg ist nur eine etwa 80 Meter lange Mauer erhalten sowie Spuren von Wällen und Gräben.
Neuenweg
Neuenweg wurde 1278 in einer Schenkungsurkunde des Klosters St. Blasien erwähnt, als Adelheid von Rotenberg dem Kloster den ganzen Besitz in Neuenweg schenkte, wodurch St. Blasien zum größten Grundbesitzer im Ort wurde. Nach den Herren von Rotenberg ging die Ortsherrschaft an die Herren von Rötteln über, die das Dorf 1310 als Lehen an die Basler Ritter zer Sunnen gaben. Über die Erben der Röttler, die Markgrafen von Hachberg-Sausenberg, kam Neuenweg 1503 zur Markgrafschaft Baden und nach deren Teilung 1535 zur Markgrafschaft Baden-Durlach und wurde zusammen mit ihr im Jahr 1556 protestantisch. Unter den Markgrafen gehörte Neuenweg zur Verwaltungseinheit Landgrafschaft Sausenburg. Im Kurfürstentum Baden und in den Anfangsjahren des Großherzogtums Baden war das Dorf dem Amt Müllheim (1805 bis 1809), dem Amt Schönau (1809 bis 1813) und 1885 bis 1924, dem Amt Schopfheim (1924 bis 1936) zugewiesen. Seither gehört Neuenweg zum Landkreis Lörrach.
Gegen Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts kamen aus dem Kleinen Wiesental Forderungen für eine Bahnlinie Schopfheim – Neuenweg oder gar einer Bahn durch das Belchenmassiv in das Münstertal. Aufgrund der massiven Einwände aus der großherzoglichen Verwaltung sahen die Gemeinden dann von einem förmlichen Antrag ab.
Bei einer Brandkatastrophe am 8. Oktober 1903 wurden die Post, zwei Gasthäuser und 12 Häuser vernichtet. Starker Wind und die mit Schindeln gedeckten Dächer förderten die rasche Ausbreitung des Brandes. 24 Familien wurden obdachlos. Am 1. März 1922 brach der Damm des Nonnenmattweihers. Die das Tal des Nonnenmattbaches (Weiherbach) hinabstürzenden Wassermassen rissen große Baumstämme mit, zerstörten Brücken und gefährdeten das bei Neuenweg befindliche Kraftwerk, das an der Straße nach Bürchau befindliche Sägewerk wurde teilweise zerstört, Bürchau wurde überschwemmt.
1934 wurde die Gemeinde Heubronn nach Neuenweg eingemeindet. 2009 wurde Neuenweg der neu gegründeten Gemeinde Kleines Wiesental angegliedert.
Raich
Der Ort Raich wurde bereidts im 15. Jahrhundert als Aich erwähnt. Mit der Neuordnung des Großherzogtums Baden 1809 wurde aus den Teilen Raich, Ried, Hohenerr und Oberhäuser eine einzige Vogtei bzw. eine zusammenhängende Gemeinde gebildet, die dem Bezirksamt Schopfheim unterstellt war. Mit der Auflösung dieses Bezirksamtes im Jahr 1938 wurde für Raich das staatliche Bezirksamt Lörrach zuständig. Es kam später zum Landkreis Lörrach.
Sallneck
Die erste bekannte urkundliche Erwähnung des Ortes Salnegge datiert von 1344. Allerdings wird eine noch ältere Besiedlung um 1100 angenommen. Sallneck gehörte zur Herrschaft Weitenau der Freiherren von Wart. Diese traten ihre Ansprüche an das Kloster St. Blasien ab, das das Priorat Weitenau gründete. Das Kloster St. Blasien war 1344 der dominierende Grundbesitzer im Ort.
Die Vogtei über die Propsteien Bürgeln, Sitzenkirch und Weitenau des Klosters St. Blasien kam im 14. Jahrhundert an die Markgrafen von Hachberg-Sausenberg und nach dem Ende dieser Linie 1503 an die Markgrafen von Baden. Nach der Erbteilung im Haus Baden 1535 gehörte Sallneck zur Markgrafschaft Baden-Durlach, deren weiters Schicksal Sallneck teilte. Damit war auch die Reformation 1556 verbunden. Sallneck gehörte in der Markgrafschaft zur Vogtei Weitenau. Im Großherzogtum Baden wurde Sallneck 1809 dem Bezirksamt Schopfheim zugeordnet. Bei Auflösung dieses Bezirksamtes kamen dessen Gemeinden zum Bezirksamt Lörrach, das dann 1939 zum Landkreis Lörrach wurde.
Die Sallnecker lebten von der Landwirtschaft und hier besonders von der Viehhaltung, da die Böden nicht besonders fruchtbar waren. Später kam die Forstwirtschaft und Holzverarbeitung hinzu. Am Heißberg gab es immer wieder Versuche, einen Erzbergbau zu betreiben, was jedoch 1814 mangels Wirtschaftlichkeit aufgegeben wurde.
Tegernau
Tegernau wurde erstmals als Tegernowa 1113 erwähnt; später als Tegernau in einer päpstlichen Bulle aus dem Jahre 1139. Im 13. Jahrhundert benannte sich das Adelsgeschlecht Tegernau nach dem Ort. Zu dieser Zeit gab es bereits eine Kirche, die eine Zentralfunktion für die vielen kleinen Dörfer des Tals erfüllte, von denen die meisten keine eigene Kirche hatten. 1503 kam der Ort an die Markgrafen von Baden-Durlach, welche 1556 die Reformation einführten. Am 1. Januar 2009 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Tegernau in die neu gegründete Gemeinde Kleines Wiesental eingegliedert.
Wieslet
Wieslet wurde im Jahre 1157 erstmals urkundlich erwähnt. Auf dem nördlich des Ortes gelegenen Rotenberg stand im Mittelalter die Burg der Herren von Rotenburg, einer Seitenlinie der Herren von Rötteln. Sie wurde 1356 durch das Basler Erdbeben zerstört, das nicht nur die Stadt Basel in Schutt und Asche legte, sondern auch entlang des Hochrheins und im Breisgau große Schäden verursachte. Die Holzhütten der einfachen Leute erwiesen sich als widerstandsfähiger. Seit 1936 gehört der Ort zum Landkreis Lörrach. 2009 wurde die zuvor selbstständige Gemeinde Wieslet in die neu gegründete Gemeinde Kleines Wiesental eingegliedert.
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